Merz-Koalition einigt sich auf Reformfahrplan – Entscheidungen zu Steuern, Renten und Energie bis Juli erwartet
Image: Bundesregierung / [Photographer's Name]
Deutschlands Koalitionsregierung hat sich eine Frist bis Juli gesetzt, um ein lange versprochenes Paket struktureller Reformen zu liefern, nachdem ein sechsstündiges Treffen am 12. Mai monatelangen internen Stillstand bei Steuern, Renten und Energie beendet hat. Der Block aus CDU/CSU und die mitte-links SPD haben nun bis zur parlamentarischen Sommerpause Zeit, zentrale Zusagen in Gesetze umzuwandeln.
Bundeskanzler Friedrich Merz trat im Mai 2025 sein Amt an und versprach einen raschen Neustart für Europas größte Volkswirtschaft, die mit einem Wachstum von nur 0,2 Prozent im Jahr 2025 knapp die Rezession verlassen hatte. Zwölf Monate später steckt ein Großteil der Agenda noch in der Pipeline, und die Mehrheit der Koalition von zwölf Sitzen lässt wenig Raum für internen Widerspruch.
Was bereits vereinbart wurde
Der im Frühjahr 2025 unterzeichnete Koalitionsvertrag legte einen wirtschaftsfreundlichen Kern fest, von dem Teile nun vom Papier in Gesetze überführt werden:
- Eine Senkung des Körperschaftsteuersatzes um einen Prozentpunkt pro Jahr über fünf Jahre ab 2028, kombiniert mit einer Abschreibung von 30 Prozent auf Ausrüstungsinvestitionen zwischen 2025 und 2027.
- Eine Senkung von Stromsteuer und Netzentgelten, die Industrie- und Haushaltsstrompreise um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde verringern soll.
- Eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent.
- Steuerfreie Überstundenzuschläge sowie ein Einkommensfreibetrag von bis zu 2.000 Euro pro Monat für Rentner, die weiterarbeiten.
- Eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 15 Euro pro Stunde ab 2026.
- Eine geplante Reform des Arbeitslosengeldes mit strengeren Sanktionen für diejenigen, die angebotene Arbeit ablehnen.
- Die Abschaffung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes, das nach Ansicht der Unternehmen unverhältnismäßige Befolgungskosten verursachte.
Hinter diesen strukturellen Maßnahmen steht ein 500 Milliarden Euro schweres Infrastruktur- und Verteidigungspaket, das im März 2025 vor Merz’ Amtsantritt vereinbart wurde.
Renten: ein Übergangsschritt, keine strukturelle Lösung
Im Dezember 2025 verabschiedete der Bundestag ein Rentenpaket mit 318 zu 224 Stimmen, nachdem eine Rebellion von achtzehn jüngeren CDU-Abgeordneten Merz beinahe seine Mehrheit gekostet hätte. Das Paket hält das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent des Durchschnittslohns und sieht Steuererleichterungen für Rentner vor, die weiterarbeiten.
Kritiker innerhalb der Koalition argumentieren, die Maßnahme verschiebe die demografische Herausforderung, statt sie zu lösen – zu geschätzten Kosten von bis zu 15 Milliarden Euro pro Jahr. Eine Rentenkommission der Regierung soll bis Mitte 2026 strukturelle Vorschläge vorlegen.
Was noch auf dem Tisch liegt
Beim Treffen im Mai wurde vereinbart, die schwierigsten verbleibenden Punkte vor der Parlamentspause anzugehen:
- Eine Reform des Einkommensteuertarifs, wobei die SPD Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen anstrebt und die CDU auf breitere Senkungen drängt.
- Weitere Maßnahmen zu den Energiekosten, einschließlich einer Entlastung bei den Kraftstoffpreisen für Haushalte und Unternehmen.
- Das Gebäudeenergiegesetz, im Dezember in Gebäudemodernisierungsgesetz umbenannt, mit Reformen, die die Heizungsvorschriften flexibler und technologieneutral gestalten sollen.
Die Koalition hat zudem unter Merz einen Nationalen Sicherheitsrat eingerichtet – ein Versuch, Außen- und Verteidigungspolitik über Ministerien hinweg zu koordinieren, die traditionell unabhängig agiert haben.
Warum das wichtig ist
Für die Wähler ist der Test einfach: ob das Paket in seiner Gesamtheit das Wachstum wiederherstellt und die Energiekosten senkt. Für Merz ist das politische Klima rau. Die CDU gewann im März 2026 knapp eine Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, doch die SPD ist in den bundesweiten Umfragen hinter die rechtsextreme AfD zurückgefallen, und in diesem Jahr stehen noch fünf Landtagswahlen an. Reformen, die nach Juli statt bis Juli geliefert werden, dürften kaum bei den Wählern ankommen, bevor diese an die Urnen treten.
Validierung durch KI: durch die Linse von Ludwig Erhard
Dieser Abschnitt wendet die dokumentierten wirtschaftlichen Grundsätze Ludwig Erhards, des Architekten des westdeutschen Wirtschaftswunders der Nachkriegszeit, auf das Reformpaket der Koalition an. Die Stimme ist eine Stilisierung durch KI, kein Zitat.
Wohlstand entsteht nicht durch staatliche Versprechen, sondern durch den Mut, Wettbewerb zuzulassen. Die Senkungen der Körperschaftsteuer und die Abschreibungsmöglichkeit weisen in die richtige Richtung, doch eine fünfjährige Einführungsphase, die erst 2028 beginnt, ist für eine Volkswirtschaft, die bereits an Boden verloren hat, zu zaghaft. Die Senkung der Stromsteuer und die Abschaffung des Lieferkettengesetzes spiegeln wider, was ich stets vertreten habe: Der Staat soll die Spielregeln setzen und die Produzenten dann konkurrieren lassen, statt ihre Inputs zu mikromanagen. Das Rentenpaket jedoch bereitet mir Sorge. Das Leistungsniveau bis 2031 bei 48 Prozent zu halten, ohne strukturelle Antwort, heißt, die Löhne von morgen für den Frieden von heute zu verpfänden – und ein Sozialstaat, der die Sparsamkeit vergisst, verschlingt sein eigenes Fundament. Der Mindestlohn von 15 Euro, politisch festgelegt statt von der unabhängigen Kommission, schwächt den Grundsatz, dass Löhne der Produktivität folgen sollten. Echter Wohlstand für Alle entsteht aus real geteiltem Wachstum, nicht aus gesetzlich verordneten Sätzen. Mein Urteil, kurz gesagt: Die angebotsseitigen Instinkte sind richtig, das Tempo ist zu langsam, und das Rentenkapitel ist die Art von Aufschub, für die künftige Deutsche bezahlen werden. Maß halten, meine Damen und Herren. Disziplin heute ist Großzügigkeit morgen.
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